
Der NoW – Northwest Alliance Research Fund stärkt die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Bremen und Oldenburg. Forschende beider Hochschulen können Sachmittel für gemeinsame Forschungsaktivitäten beantragen.
Northwest Impuls
Die Förderlinie Northwest Impuls unterstützt den Aufbau neuer Kooperationen zwischen Forschenden beider Universitäten.
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Förderung von bis zu 40 Tandems
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Antragsberechtigt: Professor*innen und unbefristet beschäftigte Forschende beider Universitäten
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Voraussetzung: bisher keine gemeinsamen Publikationen oder Drittmittelprojekte
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Förderumfang: bis zu 5.000 Euro Sachmittel, z. B. für Workshops, Machbarkeitsstudien und Vorbereitung von Antragsskizzen
Northwest Advanced
Northwest Advanced richtet sich an bestehende Kooperationen und stärkt die gemeinsame Verbundforschung innerhalb der Forschungsschwerpunkte der Northwest Alliance.
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Förderung von bis zu 10 Teams
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Antragsberechtigt: Teams von Professor*innen beider Universitäten
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Förderumfang: bis zu 20.000 Euro Sachmittel, z. B. für Konferenzen, Pilotstudien und Unterstützungsleistungen für Drittmittelanträge
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Unterstützung der gemeinsamen Forschungsschwerpunkte und der zwei Potentialbereiche
Geförderte Projekte
Forschungsschwerpunkt: Erdsystemwissenschaften
In ihrem Vorhaben untersuchen Dr. Florence Schubotz (Universität Bremen) und Professor Torsten Dittmar (Universität Oldenburg) die Rolle von Schwämmen bei Bildung, Umbau und Abbau langlebiger gelöster organischer Substanz (DOM) im Ozean. Ziel ist ein Proof-of-Concept zur Quantifizierung ihres Beitrags im Erdsystem-Nexus aus Ozean, Klima und Biodiversität.
Forschungsschwerpunkt: Hören und Gehirngesundheit
Im Projekt nEEGlace entwickeln Professor Martin Bleichner (Universität Oldenburg) und Professorin Tanja Schultz (Universität Bremen) einen frei zugänglichen Open-Hardware-Prototyp für ein am Hals getragenes Ear-EEG-System. Das tragbare Gerät misst zuverlässig Hirnaktivität sowie relevante Kontextinformationen wie menschliche Aktivitäten und Umgebungsgeräusche. Dadurch werden auf komfortable Weise transparente und robuste EEG-Messungen auch außerhalb kontrollierter Laborumgebungen möglich. nEEGlace leistet damit einen Beitrag zur kognitiven und auditiven Forschung und unterstützt die Entwicklung verlässlicher, menschenzentrierter Künstlicher Intelligenz.
Forschungsschwerpunkt: Materialien und Prozesse
Das Team um Professor Michael Sentef (Universität Bremen) und Professor Christian Schneider (Universität Oldenburg) erforscht, wie sich neuartige Quantenmaterialien durch gezielte Lichteinwirkung und ihre Einbettung in optische Hohlräume in ihren makroskopischen Eigenschaften verändern lassen. Ergänzend stärkt ein für 2026 geplanter dreitägiger Workshop die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Standorten Bremen, Oldenburg und Würzburg und fördert den fachlichen Austausch im Bereich der Quantenmaterialforschung.
Im Mittelpunkt des ZeSOB steht die Entwicklung fortgeschrittener statistischer Methoden für Anwendungen unter anderem in der Finanz- und Versicherungswirtschaft, der Klima- und Ökologieforschung sowie im Gesundheitsbereich. Professor Werner Brannath, Professor Marcus C. Christiansen und Professor Peter Ruckdeschel aus Bremen und Oldenburg bauen damit unter der Leitung von Professor Thorsten Dickhaus (Universität Bremen) das Angebot des seit 2015 bestehenden ZeSOB aus. Auf Grundlage des bestehenden Netzwerks intensiviert das Projekt die standortübergreifende Kooperation, fördert die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses und stärkt den methodischen Austausch innerhalb der Northwest Alliance.
Forschungsschwerpunkt: Hören und Gehirngesundheit
Professorin Yulia Golub (Leitung Universität Oldenburg), Professorin Louisa Kulke (Universität Bremen) und Professorin Andrea Hildebrandt (Universität Oldenburg) widmen sich der neuronalen Synchronizität in der Eltern-Kind-Interaktion. In einer Pilotstudie werden Mutter-Kind-Interaktionen bei Kindern mit Regulationsstörungen mithilfe von Videoanalysen, EEG-Hyperscanning und Cortisolmessungen untersucht. Die Ergebnisse sollen die gemeinsame Forschung zur frühen Hirngesundheit an den Universitäten Bremen und Oldenburg weiter profilieren und neue Ansatzpunkte für technologische Unterstützungsangebote eröffnen.
Forschungsschwerpunkt: Globale Sozialpolitik
Professorin Sarah Berens (Leitung, Universität Bremen), Professor Markus Tepe (Universität Bremen) und Professor Jan Sauermann (Universität Oldenburg) analysi eren, wie das Gerechtigkeitsprinzip der Anspruchsberechtigung Einstellungen zur Erbschaftsbesteuerung in fortgeschrittenen Demokratien beeinflusst. Auf Basis von Survey-Experimenten im Niedersachsenpanel untersucht das Team die kausalen Effekte unterschiedlicher Gerechtigkeitsvorstellungen auf die Unterstützung von Erbschaftssteuern systematisch . Das Projekt leistet damit einen Beitrag zum Verständnis gesellschaftlicher Verteilungsdebatten und politischer Meinungsbildung.
Forschungsschwerpunkt: Zukünfte von (Un-)Wissen
Im Projekt von Professorin Alisha M. B. Heinemann (Universität Bremen) und Professorin Michaela Kaiser (Universität Oldenburg) liegt der Fokus auf poetischen und audiovisuellen Ausdrucksformen marginalisierter Communities in Deutschland, insbesondere von Rassismus und Ableismus betroffener Gruppen. Untersucht wird ihr Potenzial als mediale Bildungsräume des Widerstands, der Hoffnung und der Imagination alternativer Zukünfte. Zugleich schafft das Vorhaben konzeptionelle Grundlagen für ein weiterführendes Drittmittelprojekt.
Forschungsschwerpunkt: Zukünfte von (Un-)Wissen
Das von Professorin Ayca Polat (Universität Oldenburg) und Professorin Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen) geleitete Projekt setzt sich kritisch mit der Entstehung, Zirkulation und Marginalisierung von Wissen im Kontext von Migration auseinander. Ein internationales Symposium vernetzt bestehende Forschungsansätze aus Bremen und Oldenburg und erweitert sie interdisziplinär sowie international. Im Fokus stehen Fragen pädagogischer Professionalisierung, Wissensproduktion und gesellschaftlichen Wandels.