
Der NoW – Northwest Alliance Research Fund stärkt die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Bremen und Oldenburg. Forschende beider Hochschulen können Sachmittel für gemeinsame Forschungsaktivitäten beantragen.
Northwest Impuls
Die Förderlinie Northwest Impuls unterstützt den Aufbau neuer Kooperationen zwischen Forschenden beider Universitäten.
Förderung von bis zu 40 Tandems
Antragsberechtigt: Professor*innen und unbefristet beschäftigte Forschende beider Universitäten
Voraussetzung: bisher keine gemeinsamen Publikationen oder Drittmittelprojekte
Förderumfang: bis zu 5.000 Euro Sachmittel, z. B. für Workshops, Machbarkeitsstudien und Vorbereitung von Antragsskizzen
Northwest Advanced
Northwest Advanced richtet sich an bestehende Kooperationen und stärkt die gemeinsame Verbundforschung innerhalb der Forschungsschwerpunkte der Northwest Alliance.
Antragsberechtigt: Teams von Professor*innen beider Universitäten
Förderumfang: bis zu 20.000 Euro Sachmittel, z. B. für Konferenzen, Pilotstudien und Unterstützungsleistungen für Drittmittelanträge
Unterstützung der gemeinsamen Forschungsschwerpunkte und der zwei Potentialbereiche
Geförderte Projekte
Forschungsschwerpunkt: Globale Sozialpolitik
Wie Jugendliche unter Bedingungen multipler Krisen politische Orientierungen und Vorstellungen von gesellschaftlichem Zusammenhalt entwickeln, untersuchen Professor Andreas Klee (Universität Bremen) und Professor Tonio Oetfering (Universität Oldenburg) und. Das Projekt dient der Vorbereitung einer gemeinsamen Forschungskooperation im Bereich der politischen Bildung.
Forschungsschwerpunkt: Materialien und Prozesse
Neue Ansätze zur Modellbildung für die Regelung und Überwachung komplexer Fertigungsprozesse entwickeln Professor David May (Universität Bremen) und Professor Andreas Rauh (Universität Oldenburg). Am Beispiel des Schmelzspinnens entstehen physikalisch basierte und datengetriebene Modelle, die bislang stark erfahrungsbasierte Verfahren ergänzen und verbessern.
Forschungsschwerpunkt: Erdsystemwissenschaften
An der Schnittstelle von Mathematik und theoretischer Physik bauen Professor Boris Vertman (Universität Oldenburg) und Dr. Eva Hackmann (Universität Bremen) ihre interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter aus. Geplant ist der Aufbau eines gemeinsamen Forschungsschwerpunkts zu modernen Raumzeitgeometrien sowie die Vorbereitung eines koordinierten Drittmittelantrags.
Forschungsschwerpunkt: Materialien und Prozesse
Im Fokus des Vorhabens von Professor David May (Universität Bremen) und Professor Michael Wark (Universität Oldenburg) steht die Entwicklung eines vollständig biobasierten Polybutylensuccinats (PBS) für zirkuläre textile Anwendungen. Damit soll ein Material bereitgestellt werden, das sich im Schmelzspinnprozess zu Fasern verarbeiten lässt und nachhaltige Alternativen in der Textilproduktion eröffnet.
Forschungsschwerpunkt: Konkurrierende Zukünfte
Die kulturellen Aneignungspraktiken der Steampunk-Szene im nordwestdeutschen Raum stehen im Fokus des Vorhabens von Professorin Stefanie Samida (Universität Oldenburg) und Dr. Thekla Keuck (Universität Bremen). Dabei werden Ansätze der Material Culture Studies, der Populärkulturforschung und der Public History miteinander verknüpft.
Forschungsschwerpunkt: Erdsystemwissenschaften
In ihrem Vorhaben untersuchen Dr. Florence Schubotz (Universität Bremen) und Professor Torsten Dittmar (Universität Oldenburg) die Rolle von Schwämmen bei Bildung, Umbau und Abbau langlebiger gelöster organischer Substanz (DOM) im Ozean. Ziel ist ein Proof-of-Concept zur Quantifizierung ihres Beitrags im Erdsystem-Nexus aus Ozean, Klima und Biodiversität.
Geförderte Projekte
Forschungsschwerpunkt: Hören und Gehirngesundheit
Eine neuartige, flüssigkeitsbasierte Elektroden-Schnittstelle für ohrnahe EEG-Anwendungen entwickeln Professor Björn Lüssem (Universität Bremen) und Professor Martin Bleichner (Universität Oldenburg). Angestrebt wird ein erster Funktionsnachweis eines anatomisch anpassbaren Systems, das komfortablen, stabilen Hautkontakt ermöglicht und bestehende Einschränkungen konventioneller EEG-Methoden überwindet.
Forschungsschwerpunkt: Konkurrierende Zukünfte
Im Zentrum des Vorhabens von Professorin Felicitas Macgilchrist (Universität Oldenburg) und Professorin Nadine Rose (Universität Bremen) steht die Frage, welche Zukunftsvorstellungen im Kontext von KI-gestützter Bildung (AIEd) entstehen. Die Ergebnisse fließen in die Vorbereitung eines gemeinsamen DFG-Antrags für 2027 ein.
Potentialbereich: Nachhaltige Energietransitionen
Professor Andreas Fischer (Universität Bremen) und Professorin Kerstin Avila (Universität Oldenburg) widmen sich der Untersuchung wirbelinduzierter Rotorblattdeformationen in Windenergieanlagen. Im Rahmen der Kooperation werden weltweit einmalige Untersuchungen durchgeführt, um eine zentrale Herausforderung beim Betrieb immer größerer On- und Offshore-Anlagen zu adressieren.
Forschungsschwerpunkt: Menschenzentrierte KI
Mit einem professionell moderierten Workshop initiieren Professor Rolf Drechsler (Universität Bremen) und Professor Chih-Hong Cheng (Universität Oldenburg) den Austausch zwischen Forschenden aus Bremen und Oldenburg im Bereich Data Science. Ziel ist es, neue interdisziplinäre Kooperationen anzustoßen und diese in konkrete Drittmittelvorhaben zu überführen.
Forschungsschwerpunkt: Hören und Gehirngesundheit
Im Projekt nEEGlace entwickeln Professor Martin Bleichner (Universität Oldenburg) und Professorin Tanja Schultz (Universität Bremen) einen frei zugänglichen Open-Hardware-Prototyp für ein am Hals getragenes Ear-EEG-System. Das tragbare Gerät misst zuverlässig Hirnaktivität sowie relevante Kontextinformationen wie menschliche Aktivitäten und Umgebungsgeräusche. Dadurch werden auf komfortable Weise transparente und robuste EEG-Messungen auch außerhalb kontrollierter Laborumgebungen möglich. nEEGlace leistet damit einen Beitrag zur kognitiven und auditiven Forschung und unterstützt die Entwicklung verlässlicher, menschenzentrierter Künstlicher Intelligenz.
Forschungsschwerpunkt: Materialien und Prozesse
Das Team um Professor Michael Sentef (Universität Bremen) und Professor Christian Schneider (Universität Oldenburg) erforscht, wie sich neuartige Quantenmaterialien durch gezielte Lichteinwirkung und ihre Einbettung in optische Hohlräume in ihren makroskopischen Eigenschaften verändern lassen. Ergänzend stärkt ein für 2026 geplanter dreitägiger Workshop die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Standorten Bremen, Oldenburg und Würzburg und fördert den fachlichen Austausch im Bereich der Quantenmaterialforschung.
Im Mittelpunkt des ZeSOB steht die Entwicklung fortgeschrittener statistischer Methoden für Anwendungen unter anderem in der Finanz- und Versicherungswirtschaft, der Klima- und Ökologieforschung sowie im Gesundheitsbereich. Professor Werner Brannath, Professor Marcus C. Christiansen und Professor Peter Ruckdeschel aus Bremen und Oldenburg bauen damit unter der Leitung von Professor Thorsten Dickhaus (Universität Bremen) das Angebot des seit 2015 bestehenden ZeSOB aus. Auf Grundlage des bestehenden Netzwerks intensiviert das Projekt die standortübergreifende Kooperation, fördert die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses und stärkt den methodischen Austausch innerhalb der Northwest Alliance.
Forschungsschwerpunkt: Hören und Gehirngesundheit
Professorin Yulia Golub (Leitung Universität Oldenburg), Professorin Louisa Kulke (Universität Bremen) und Professorin Andrea Hildebrandt (Universität Oldenburg) widmen sich der neuronalen Synchronizität in der Eltern-Kind-Interaktion. In einer Pilotstudie werden Mutter-Kind-Interaktionen bei Kindern mit Regulationsstörungen mithilfe von Videoanalysen, EEG-Hyperscanning und Cortisolmessungen untersucht. Die Ergebnisse sollen die gemeinsame Forschung zur frühen Hirngesundheit an den Universitäten Bremen und Oldenburg weiter profilieren und neue Ansatzpunkte für technologische Unterstützungsangebote eröffnen.
Forschungsschwerpunkt: Globale Sozialpolitik
Professorin Sarah Berens (Leitung, Universität Bremen), Professor Markus Tepe (Universität Bremen) und Professor Jan Sauermann (Universität Oldenburg) analysi eren, wie das Gerechtigkeitsprinzip der Anspruchsberechtigung Einstellungen zur Erbschaftsbesteuerung in fortgeschrittenen Demokratien beeinflusst. Auf Basis von Survey-Experimenten im Niedersachsenpanel untersucht das Team die kausalen Effekte unterschiedlicher Gerechtigkeitsvorstellungen auf die Unterstützung von Erbschaftssteuern systematisch . Das Projekt leistet damit einen Beitrag zum Verständnis gesellschaftlicher Verteilungsdebatten und politischer Meinungsbildung.
Forschungsschwerpunkt: Konkurrierende Zukünfte
Im Projekt von Professorin Alisha M. B. Heinemann (Universität Bremen) und Professorin Michaela Kaiser (Universität Oldenburg) liegt der Fokus auf poetischen und audiovisuellen Ausdrucksformen marginalisierter Communities in Deutschland, insbesondere von Rassismus und Ableismus betroffener Gruppen. Untersucht wird ihr Potenzial als mediale Bildungsräume des Widerstands, der Hoffnung und der Imagination alternativer Zukünfte. Zugleich schafft das Vorhaben konzeptionelle Grundlagen für ein weiterführendes Drittmittelprojekt.
Forschungsschwerpunkt: Konkurrierende Zukünfte
Das von Professorin Ayca Polat (Universität Oldenburg) und Professorin Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen) geleitete Projekt setzt sich kritisch mit der Entstehung, Zirkulation und Marginalisierung von Wissen im Kontext von Migration auseinander. Ein internationales Symposium vernetzt bestehende Forschungsansätze aus Bremen und Oldenburg und erweitert sie interdisziplinär sowie international. Im Fokus stehen Fragen pädagogischer Professionalisierung, Wissensproduktion und gesellschaftlichen Wandels.