
Nachhaltige Infrastrukturen für Forschungsdaten, die den FAIR-Prinzipien (findable, accessible, interoperable, reusable) entsprechen, sind ein wichtiges Fundament exzellenter Forschung. Die Northwest Alliance übernimmt eine führende Rolle beim Aufbau solcher Strukturen von nationaler Bedeutung. Das Ziel ist, die vorhandenen Dateninfrastrukturen gemeinsam weiterzuentwickeln, um Open Science und nachhaltige Forschung zu stärken und Data Science Forschung über alle Disziplinen hinweg zu fördern.
Nationale Forschungsdateninfrastrukturen
Der Verbund „Nationale Forschungsdateninfrastruktur für Biodiversitäts-, Ökologie- und Umweltdaten“ besteht aus rund 50 Partnereinrichtungen und widmet sich der gemeinschaftlichen und verantwortungsbewussten Nutzung von Biodiversitäts- und Umweltdaten. Das Konsortium ermöglicht einen Zugang zu modernen Technologien und einem umfassenden Bestand an Biodiversitäts- und Umweltdaten. Es bietet alltagstaugliche und praxiserprobte Methoden und Werkzeuge für die Archivierung, Publikation, Suche und Analyse von Daten. Sprecher ist Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen & Alfred Wegener Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), Bremerhaven. Eingebunden ist zudem das Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg (HIFMB). Der Verbund erhält von 2020 bis 2028 eine Förderung von rund 16,8 Millionen Euro.
Das Ziel des Konsortiums „Nationale Forschungsdateninfrastruktur für die interdisziplinäre Energiesystemforschung“ ist, Daten und Software als wissenschaftliche Grundlage für eine nachhaltige Energiezukunft bereitzustellen. Der Verbund unterstützt Forschende dabei, Daten und Software während des gesamten Forschungsprozesses zu verwalten, wiederzuverwenden, weiterzuentwickeln, zu veröffentlichen und zu kommunizieren. Sprecherin ist die Oldenburger Informatikerin Prof. Dr. Astrid Nieße. Der Verbund wird von 2023 bis 2028 mit rund 13,4 Millionen Euro gefördert.
PANGAEA ist eine weltweit führende Dateninfrastruktur für Geo-, Umwelt- und Biodiversitätsforschung. Der Data Publisher for Earth & Environmental Science wird gemeinsam vom AWI und MARUM betrieben. PANGAEA ermöglicht, wissenschaftliche Daten und Metadaten langfristig zu archivieren, zu veröffentlichen und zu verbreiten. Die Formate sind sicher und maschinenlesbar. Zudem gibt es ein Datenmanagementsystem für Projekte und Institute. PANGAEA ist Mitglied des vom International Council for Science (ICSU) gegründeten World Data System (WDS).
Open Science
Ein zentrales Element für die Organisation und Bereitstellung von Forschungsdaten als gemeinsames Gut in Deutschland sind die Nationalen Forschungsdateninfrastrukturen (NFDI). Die Universitäten Bremen und Oldenburg sind an zwölf der derzeit 26 Konsortien beteiligt, und koordinieren dabei jeweils ein Vorhaben. Gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven (AWI) betreibt das MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen zudem PANGAEA, ein weltweit führendes zertifiziertes Informationssystem. Es archiviert Daten aus den Erd- und Umweltwissenschaften und macht sie allen Interessierten frei zugänglich.
Datenkompetenz
Mit dem 2019 gegründeten Data Science Center und dem Projekt „DataNord“ hat die Universität Bremen ein Datenkompetenzzentrum mit überregionaler Ausstrahlung etabliert. Das Zentrum unterstützt Forschende aller Karrierestufen dabei, ihre Datenkompetenz zu erweitern – etwa durch Schulungen, Beratungen und disziplinübergreifende Vernetzung. In Oldenburg ermöglicht das institutionelle Forschungsdaten- und Open Access-Repositorium eine niederschwellige Veröffentlichung von Daten und Publikationen. Zudem gibt es Schulungen und Unterstützung beim Erstellen von Datenmanagementplänen und -strategien.
Datenspeicherung
Die Datenverwaltungsstärke beider Hochschulen wird ergänzt durch entsprechende regionale, sogenannte TIER3, Hochleistungsrechner- und Datenspeicherkapazitäten. Zudem haben Forschende einen strukturierten Zugang zu überregionalen TIER2-Kapazitäten durch den Verbund Nationales Hochleistungsrechnen (NHR).