Windenergie ist ein Schlüssel zur Energiewende und im Nordwesten Deutschlands fest verankert. Mit dem Zentrum für Windenergieforschung ForWind bündeln die Universitäten Bremen, Oldenburg und Hannover ihre Kompetenzen. Der Verbund zeigt, wie Zusammenarbeit über Standorte hinweg gelingt: nicht nur durch gemeinsame Projekte, sondern durch klug verteilte Stärken.
Wenn es um Windenergie geht, ist der Nordwesten Deutschlands ein besonderer Ort. Hier bündelt das Zentrum für Windenergieforschung ForWind seit mehr als 20 Jahren wissenschaftliche Expertise. Rund 30 Arbeitsgruppen aus Bremen, Oldenburg und Hannover arbeiten im Verbund zusammen, immer ergänzt durch Partner wie das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und Unternehmen der Branche.
„ForWind ist kein klassisches Projekt, sondern ein wissenschaftliches Zentrum ohne ein festes Enddatum“, erklärt Geschäftsführer Dr. Stephan Barth. Genau darin liegt ein entscheidender Vorteil: Kontinuität und langfristige Strukturen, die auch Schwankungen in der Windenergiebranche überdauern.
Zusammenarbeit neu gedacht
Was das Zentrum besonders macht, ist die Art der Zusammenarbeit. Die Universitäten arbeiten nicht primär gemeinsam an einzelnen Projekten. Stattdessen verfolgt jede ihren eigenen fachlichen Schwerpunkt – und genau darin liegt die Stärke des Netzwerks.
Oldenburg konzentriert sich vor allem auf die physikalischen Grundlagen und die Windressource, Hannover bringt seine Expertise sehr stark in den Bauingenieurwissenschaften ein, während Bremen insbesondere elektrotechnische Fragestellungen bearbeitet. Zusammen entsteht so ein Gesamtbild der Windenergieforschung, das eine einzelne Universität allein nicht abdecken könnte. „Wir haben immer alle mehr davon, wenn wir als Team auftreten“, bringt Barth das Prinzip auf den Punkt. Die Zusammenarbeit innerhalb des Verbundes zeichnet eine besondere Kultur aus. Professorin Johanna Myrzik vom Bremer Institut für Automatisierungstechnik hebt hervor: „Jede Expertise wird gleichermaßen wertgeschätzt. Konkurrenzdenken spielt hier keine Rolle. ForWind ist ein Ort, an dem Zusammenarbeit nicht nur organisiert, sondern gelebt wird.“
Gemeinsame Infrastruktur, geteilte Stärke
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist das gemeinsame Nutzen von Forschungsinfrastrukturen. Große Anlagen und Labore entstehen im Verbund und werden standortübergreifend genutzt – zum Beispiel in enger Kooperation mit dem Fraunhofer-IWES. Dies ermöglicht nicht nur eine effizientere Nutzung von Ressourcen, sondern stärkt auch die Position des Nordwestens in der nationalen und internationalen Windenergieforschung mit diesem einmaligen Verbund und seiner Struktur.
Forschung mit Wirkung
ForWind deckt die gesamte Bandbreite der Windenergieforschung ab: von der Ressource Wind und Materialfragen über die Konstruktion von Anlagen bis hin zur Netzintegration. Gerade durch die komplementäre Aufstellung können auch komplexe Fragestellungen bearbeitet werden, die weit über einzelne Disziplinen hinausgehen. Dabei geht es nicht nur um Grundlagenforschung. Ein wichtiges Ziel ist der Transfer in die Wirtschaft. Die enge Abstimmung mit Industriepartnern sorgt dafür, dass Forschungsergebnisse schnell in die Praxis gelangen. Etwa bei der Entwicklung effizienterer Windparks.
