Der neue Tauchroboter MARUM-QUEST 5000 nach dem ersten Tauchgang im Nordatlantik.

ERDSYSTEMWISSENSCHAFTEN

Nexus Ozean, Klima, Biodiversität

Die Universitäten Bremen und Oldenburg bündeln ihre Stärken in den Natur- und Umweltwissenschaften, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen biologischen, chemischen, geologischen und physikalischen Prozessen im Erdsystem tiefgreifender zu verstehen. Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Governance, Nachhaltigkeit und Ökosystemmanagement vervollständigen den Ansatz, der wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz vereinigt.

Disziplinen

Biologie
Chemie
Geographie
Geowissenschaften
Meerestechnik
Physik
Sozialwissenschaften
Wirtschaftswissenschaften
Umweltwissenschaften
Mathematik
Informatik

An der Universität Bremen liegt ein Schwerpunkt auf Meeres-, Polar- und Klimaforschung. Das MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften untersucht die Rolle der Ozeane in globalen Stoffkreisläufen und im Klimasystem. Das MARUM beherbergt eines der drei internationalen Bohrkernlager des International Ocean Drilling Programme (IODP³) und wichtige Forschungsinfrastrukturen wie Unterwasserroboter und Meeresbodenbohrgeräte. Damit stellt Bremen zentrale Ressourcen für die internationale Forschung bereit. Expertise in satellitengestützter Fernerkundung und Klimadatenanalyse bringt das Institut für Umweltphysik ein. Erdsystemdaten werden über das gemeinsam vom MARUM mit dem Alfred-Wegener-Institut betriebene Datenportal PANGAEA in globale Dateninfrastrukturen eingespeist.

Der Fokus an Universität Oldenburg liegt auf marinen Ökosystemen, Küstenräumen und Nachhaltigkeit: Die Schnittstelle zwischen Land- und Meeresökosystemen untersuchen das Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) und das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) gemeinsam. Mit dem Spiekeroog Coastal Observatory sowie einzigartiger analytischer und experimenteller Ausstattung stellt Oldenburg hierfür zentrale Infrastruktur bereit. Darüber hinaus steht das ICBM für interdisziplinäre und skalenübergreifende biologische, geochemische, und physikalische Meeresforschung. Die Forschung am Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg (HIFMB) fokussiert auf die Veränderung der biologischen Vielfalt in den Ozeanen, deren Bedeutung für Ökosystemprozesse, und neue Wege zu ihrem Schutz und Wiederherstellung.

Die Zusammenarbeit beider Universitäten im Exzellenzcluster „Der Ozeanboden“ zeigt beispielhaft, wie sich die komplementären Profile ergänzen: Die Forschenden kombinieren Untersuchungen von Prozessen auf geologischen Zeitskalen mit Studien aktueller Veränderungen der Biodiversität. Sie verbinden Erdsystemmodellierung mit experimenteller Meeresbiologie und Erkenntnisse zu biogeochemischen Flüssen mit dem Wissen über Ökosystemfunktionen. Dies macht das Netzwerk Ozean, Klima und Biodiversität wissenschaftlich kohärent und international herausragend.

Gemeinsam mit der Rijksuniversiteit Groningen stärken die Forschenden zudem die Zusammenarbeit zwischen Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Gleichzeitig erhöht das Integrieren von Datenplattformen, Expeditionen, HPC-Kapazitäten und gemeinsamen experimentellen Pipelines die Effizienz und Förderfähigkeit großer Forschungsinitiativen.

Sprecher des Forschungsschwerpunkts

Portraitfoto von Helmut Hillebrand lächelnd vor grünem Hintergrund
© Daniel Schmidt/Uni Oldenburg

Wir bringen Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften zusammen, um Herausforderungen von hoher gesellschaftlicher Bedeutung anzugehen – etwa in Bezug auf Umweltgerechtigkeit, Anpassung des Lebens an der Küste an den Klimawandel oder Governance von Meeresökosystemen.

Prof. Dr. Helmut Hillebrand, Universität Oldenburg

Gemeinsam mit der Universität Groningen bilden wir die Forschenden von morgen aus. Mit ihrer wissenschaftlichen Expertise treiben sie die Grundlagenforschung in den Meeres- und Umweltwissenschaften voran und tragen dazu bei, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Um dies zu fördern, erhalten Promovierende und Postdocs umfassende Unterstützung von allen beteiligten Institutionen.

Prof. Dr. Kai Uwe Hinrichs, Universität Bremen

Porträt von Prof. Dr. Kai-Uwe Hinrichs
© Jens Lehmkühler