Die Universitäten Oldenburg und Bremen setzen sich dafür ein, das Forschungsdatenmanagement in der Energieforschung zu verbessern. Sie haben eine entsprechende Erklärung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur für interdisziplinäre Energieforschung (NFDI4Energy) unterzeichnet.
NFDI4Energy ist eins von 26 Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), die sich deutschlandweit dafür engagieren, Forschungsdaten besser zugänglich zu machen, Standards zu setzen und in der jeweiligen Fach-Community zu etablieren. Das von der Oldenburger Informatikerin Prof. Dr. Astrid Nieße koordinierte Vorhaben verfolgt das Ziel, Forschungsdaten und Software aus der Energieforschung als Grundlage für ein nachhaltiges Energiesystem bereitzustellen. Zu dem Konsortium gehören über 30 Institutionen, darunter auch die Universität Bremen.
„Die Selbstverpflichtung zielt darauf ab, die Zusammenarbeit und den Umgang mit Forschungsdaten in der Energieforschung kontinuierlich zu verbessern“, erklärt Sprecherin Nieße. „Alle Institutionen und Einzelpersonen, die die Erklärung unterzeichnen, beabsichtigen, nachhaltig mit ihren Forschungsdaten umzugehen und das Forschungsdatenmanagement in der Energieforschung zu stärken.“
Dr. Torben Stührmann, Leiter der „Arbeitsgruppe Resiliente Energiesysteme“ an der Universität Bremen, hat den Beitritt der Universität Bremen zum Commitment inhaltlich vorbereitet. Der Koordinator des Wasserstoffforschungsprojektes hyBit sieht im Comittment eine große Bereicherung: „Transdisziplinäre Forschungsprojekte wie hyBit und die Zusammenarbeit im Bremer Forschungszentrum für Energiesysteme (BEST) zeigen den Bedarf und Mehrwert gemeinsamer Forschungsdatenplattformen auf, deswegen ist die Zusammenarbeit mit NFDI4Energy so wertvoll für die Bremer Energieforschung.“
Neben den Universitäten Bremen und Oldenburg hat auch das OFFIS Institut für Informatik, An-Institut der Universität Oldenburg, die Vereinbarung unterzeichnet. Mit dem Beitritt stärken die Institutionen ihre Forschungsinfrastruktur, fördern die Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Daten und arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen.
Forschung transparenter gestalten
Beide NWA-Universitäten haben den Anspruch, die Forschung transparenter, reproduzierbarer und zukunftsfähiger zu gestalten und damit einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der Energieforschung zu leisten.
Die Selbstverpflichtung orientiert sich an der Vision des NFDI4Energy-Konsortiums, das Daten und Software als wissenschaftliche Grundlage für eine nachhaltige Energiezukunft betrachtet. Die Unterzeichner erkennen die Notwendigkeit an, Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Reproduzierbarkeit in der Energieforschung sicherzustellen, und bekräftigen ihr gemeinsames Engagement für die Verbesserung der Praktiken im Bereich des Forschungsdaten- und Softwaremanagements, von der Projektkonzeption bis hin zur Verbreitung und Wiederverwendung.
Mit der Unterzeichnung verpflichten sich die Universitäten Bremen und Oldenburg, die Grundsätze der Selbstverpflichtung konsequent in Forschung, Lehre und Infrastruktur umzusetzen.
FAIR-Prinzipien im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt stehen die Anwendung der sogenannten FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable), die systematische Erstellung von Datenmanagementplänen, die Nutzung vertrauenswürdiger Repositorien sowie die Förderung von Open Science und Open Data.
Forschende der Universität Bremen werden zum Beispiel durch das Data Science Center und die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen umfassend beraten und qualifiziert. An der Universität Oldenburg befassen sich das Referat Forschung und Transfer und das Bibliotheks- und Informationssystem (BIS) zentral mit dem Thema Forschungsdatenmanagement. Darüber hinaus erarbeiten die einzelnen Fakultäten und Institute unter dem Dach einer universitätsweiten, interdisziplinären Arbeitsgruppe Lösungen und Beratungsangebote.
