Die Mitgliederversammlung der DFG hat im Rahmen der Jahresversammlung Verfahrenstechniker Lutz Mädler der Uni Bremen als neuen Vizepräsidenten in das Präsidium und Psychologin Christiane Thiel der Uni Oldenburg als neues Mitglied in den Senat der DFG gewählt.
Die DFG ist die größte Forschungsförderorganisation und zentrale Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland. Wie aus dem Jahresbericht 2025 hervorgeht, hat sie im vergangenen Jahr insgesamt 30.090 Projekte mit einer Gesamtsumme von rund 3,8 Milliarden Euro gefördert.
„Vor uns liegen große technologische und wirtschaftliche Herausforderungen. Um diese zu meistern, brauchen wir exzellente Wissenschaft, aber auch den Mut zum Transfer und echten Austausch“, sagt Mädler. „Ich freue mich darauf, meine internationalen Perspektiven einzubringen, um gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen das Wissenschaftssystem aktiv und nahbar mitzugestalten.“
In seiner Aufgabe im Präsidium wird Professor Mädler die strategische Ausrichtung der DFG mit weiterentwickeln, wissenschaftspolitische Themen bearbeiten und Beschlüsse vorbereiten. Das Amt sieht zudem die Vertretung der Wissenschaft gegenüber Politik, Hochschulen und nationalen wie internationalen Institutionen vor. Der Amtsbeginn ist am 1. Januar 2027. Von der Universität Bremen gehört seit 2019 außerdem die Informatikerin Kerstin Schill als Vizepräsidentin dem Gremium an. Die Amtszeit einer Vizepräsidentschaft beträgt vier Jahre, eine einmalige Wiederwahl für weitere vier Jahre ist möglich.
Als Wissenschaftliches Mitglied des Senats ist Professorin Christiane Thiel, Sprecherin des Exzellenzclusters Hearing4all.connects an der Universität Oldenburg, Teil des zentralen wissenschaftlichen Gremiums, das alle Angelegenheiten der DFG von Bedeutung berät und beschließt, soweit diese nicht dem Hauptausschuss als zentralem Entscheidungsgremium der DFG vorbehalten sind. Er ist zuständig für alle wesentlichen Entscheidungen in der Forschungsförderung im Vorfeld der konkreten Förderentscheidung sowie für alle wesentlichen Entscheidungen zur Gestaltung des Begutachtungs-, Bewertungs- und Entscheidungsverfahrens. Der Senat beschließt zudem, welche Fachkollegien zu bilden sind und wie diese sich gliedern. Ab 2027 vertritt Thiel dort den Bereich Psychologie. Von der Universität Oldenburg gehört dem Gremium außerdem die Informatikerin Prof. Dr. Susanne Boll an. Von der Uni Bremen gehört dem Gremium noch bis zum 31. Dezember 2026 für den Bereich Atmosphären-, Meeres- und Klimaforschung Professor Michael Schulz.
„Nach sechs Jahren im DFG-Fachkollegium Psychologie freue ich mich darauf, meine Erfahrungen künftig im Senat einzubringen und die strategische Weiterentwicklung der Forschungsförderung mitzugestalten“, erklärt Thiel.
Insgesamt gehören dem Senat 39 Mitglieder an; sie sind zugleich die wissenschaftlichen Mitglieder des Hauptausschusses. Von den acht neu besetzten Senatsplätzen sind zwei in den Geistes- und Sozialwissenschaften, drei in den Lebenswissenschaften, zwei in den Naturwissenschaften und einer in den Ingenieurwissenschaften angesiedelt. Der Amtsbeginn ist am 1. Januar 2027.
Zu den Personen
Lutz Mädler
Lutz Mädler ist Professor für Mechanische Verfahrenstechnik an der Universität Bremen sowie Direktor des Bereichs Verfahrenstechnik im Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT in Bremen. Seine Forschung umfasst die Herstellung, Handhabung und Formulierung von Partikeln sowie die Gestaltung und Untersuchung von Partikelgrenzflächen. Für diese wurde Mädler vielfach ausgezeichnet, zuvorderst 2017 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG. Er war von 2016 bis 2021 Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Farbige Zustände“ und ist seit 2020 Sprecher des DFG-Schwerpunktprogramms „HeteroAggregates“. Zudem gehört er seit 2026 dem Steering Board des Exzellenzclusters „The Martian Mindset: A Scarcity-Driven Engineering Paradigm“ der Universität Bremen an. Mädler engagiert sich bereits seit längerer Zeit in der wissenschaftlichen Selbstverwaltung: Seit 2020 ist er Mitglied und seit zwei Jahren Vorsitzender des DFG-Fachkollegiums „Verfahrenstechnik, Technische Chemie“, aus dem er nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten zum Ablauf des Jahres ausscheidet.
Christiane Thiel
Die Psychologin forscht und lehrt als Professorin für Biologische Psychologie seit 2005 in der gleichnamigen Abteilung am Department für Psychologie der Fakultät VI – Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg. Sie ist seit dem Start von Hearing4all im Jahr 2012 Teil des Exzellenzclusters und seit 2018 Mitglied des Direktoriums. In der dritten Förderperiode des Clusters, die am 1. Januar begonnen hat, hat sie die Rolle der Sprecherin übernommen. Zudem leitet sie das von der DFG geförderte Graduiertenkolleg Neuromodulation. Der Fokus von Thiels Forschung liegt auf dem Zusammenhang zwischen Hördefiziten und Veränderungen im alternden Gehirn.
Die Wissenschaftlerin engagiert sich darüber hinaus stark in der akademischen Selbstverwaltung der Universität und in verschiedenen Fachgesellschaften. So war sie von 2016 bis 2019 Dekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Oldenburg und von 2022 bis 2023 Vizepräsidentin für Forschung und Transfer. Als Expertin für Forschungsethik gehörte sie von 2011 bis 2022 der Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an. Von 2021 bis 2025 war sie Vorstandsmitglied der NeuroWissenschaftlichen Gesellschaft (NWG), seit 2020 ist sie Mitglied im Fachkollegium Psychologie der DFG.
