Forschungsschiff Maria S. Merian im Hafen.
Das Forschungsschiff MARIA S. MERIAN im Hafen von Reykjavik (Island). Copyright: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen; M. Römer
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Forschungsfahrt in die Arktis

Wie verändern steigende globale Temperaturen die Arktis? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Expedition in die Baffin-Bucht zwischen Grönland und Kanada mit dem Forschungsschiff Maria S. Merian. Dr. Miriam Römer vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen leitet die Fahrt wissenschaftlich.

Ein wärmeres Klima führt nicht nur zum Abschmelzen des polaren Meereises, sondern die höheren Temperaturen beeinflussen auch direkt den Kohlenstoffkreislauf. Ziel der Expedition ist es daher Quellen, Speicherorte und Senken von Kohlenwasserstoffen in der Baffin-Bucht zu untersuchen, die empfindlich auf veränderte globale Temperaturen reagieren. Die Forschenden wollen zudem herausfinden, unter welchen Bedingungen natürlich vorkommendes Öl und Gas in der Arktis austritt.

Im Fokus stehen auch Gashydrate. Das sind feste, eisähnliche Verbindungen aus Methan und Wasser, die in Meeressedimenten vorkommen und nur bei niedrigen Temperaturen und hohen Drücken stabil sind. Ein Teil des Forschungsteams widmet sich außerdem dem Phytoplankton, das nahe der Meeresoberfläche mit Hilfe von Licht organische Substanz erzeugt und Grundlage des Nahrungsnetzes im Meer ist.

Die Expedition des interdisziplinären, internationalen Teams aus Meeresgeologie, Geochemie und Mikrobiologie hat am 19. August begonnen. Neben Forschenden aus Bremen ist ein Team der Universität Oldenburg sowie Fachleute aus Kanada, Schweden und Norwegen beteiligt. Die Forschenden wollen aktuelle Austrittsstellen von Gas und Öl lokalisieren, deren Zusammensetzung und Flüsse erfassen, und den mikrobiellen Umsatz bei zunehmenden Temperaturen bewerten. Zu den eingesetzten Technologien gehören Echolote, das ROV MARUM-SQUID, Schwerelote, Multicorer, ein CTD-Rosetten-System, ein Treibhausgas-Analysator, ein System, um Ölproben von der Oberfläche zu nehmen, und Drohnen.

Übersichtskarte
Übersichtskarte der geplanten Arbeitsgebiete in der Baffin-Bucht während der Expedition MSM146.

Die Expedition ist eine explorative Fahrt, das heißt, das Team sich möchte zunächst vor allem einen Überblick über den Bestand der Vorkommen verschaffen. In einer Folgeexpedition im Rahmen des Exzellenzclusters „Ozeanboden“ wollen die Forschenden gezielt weitere Daten erheben und qualitativ analysieren.

Auch auf der folgenden Expedition MSM146/2 ist das MARUM beteiligt, neben dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und der Deutschen Allianz Meeresforschung. Ziel der Fahrt ist es, den Ozeanboden und insbesondere die so genannten Seamounts – Hügel unter Wasser – detailliert zu kartieren.

Die Forschenden an Bord der MSM 146, unterwegs von Reykjavik (Island) nach Nuuk (Grönland) berichten in einem Logbuch vom Leben und Arbeiten an Bord.

Beteiligte wissenschaftliche Einrichtungen

Mehr Informationen

Kontakt

Northwest Alliance

Universität Bremen

Referentin des Rektorats für Exzellenz und strategische Hochschulentwicklung
Maike Koschorreck

Hochschulkommunikation und -marketing

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Persönliche Referentin des Präsidenten
Alke Freese

Stabsstelle Presse & Kommunikation