Vom 7. bis zum 10. September trafen sich auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie rund 2000 Forschende aus aller Welt. Vertreten war auch ein Symposium von Forschenden der Universitäten Bremen und Oldenburg, das seine Forschung zu KI und Kindern vorstellte.
Unter dem Motto „Haltung. Vielfalt. Zukunft“ tauschten sich die Forschenden auf dem Kongress unter anderem zu psychischer Gesundheit, digitaler Transformation und KI sowie der Psychologie nachhaltigen Verhaltens aus.
Das Symposium der Bremer und Oldenburger Forschenden stand unter der Überschrift „Artificial Intelligence and Children – mapping the digital transformation with multiple methods“. Zu der Frage, wie Kinder mit KI interagieren, trugen die Forschenden Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven bei, von der Psychologie bis zur Didaktik der Informatik.
Universität Bremen: Wahrnehmung von Robotern und Umgang mit KI in Familien
Zwei Vorträge aus der Abteilung für Entwicklungspsychologie mit Pädagogischer Psychologie der Universität Bremen, geleitet von Professorin Louisa Kulke, befassten sich mit der Frage, wie Menschen mit KI und Robotern interagieren. So untersuchte Niloofar Goharbakhsh, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung, die Interaktion zwischen Kindern und Robotern. Sie beobachtete mit Eye-Tracking, wie Kinder darauf reagierten, wenn Roboter aus einer Gruppe ausgeschlossen werden und welche Rolle es dabei spielt, wie sehr die Roboter äußerlich Menschen ähneln.
Darüber hinaus stellte Louisa Kulke ihre Forschungsergebnisse zur Interaktion von Menschen und Robotern vor. In Experimenten konnte sie feststellen, dass Versuchspersonen, die mit Robotern und Menschen in einem Wartezimmer saßen, mit Robotern deutlich länger Blickkontakt hielten als mit Menschen. Dies lässt darauf schließen, dass Menschen implizite soziale Regeln nicht automatisch auf den Umgang mit Robotern übertragen.
Sahura Ertuğrul, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Entwicklungspsychologie mit Pädagogischer Psychologie, gab darüber einen Überblick über ihre Forschung zum Umgang von Eltern und Kindern mit KI. In qualitativen Interviews untersuchte sie, welches Wissen und welche Gewohnheiten Eltern selbst mit KI haben und wie sie den KI-Umgang ihrer Kinder wahrnehmen und regulieren. Ihre Ergebnisse zeigen, wie Eltern mit der Herausforderung umgehen, Kindern den Umgang mit einer Technologie zu vermitteln, die auch für sie selbst neu ist.
Universität Oldenburg: KI-Einsatz in der Schule
Ira Diethelm, Professorin für Didaktik der Informatik an der Universität Oldenburg, widmet sich in ihrer Forschung dem Einsatz von KI an Grundschulen, vor dem Hintergrund, dass Kinder digitale Technologien nicht nur anwenden, sondern auch verstehen und selbst prägen sollen. Auf dem Symposium stellte sie das Projekt IT2School vor, das die Universität Oldenburg und das An-Institut OFFIS gemeinsam entwickelt haben. IT2School bietet Lehrmaterialien zu digitalen Technologien, darunter auch KI, die schon an über 1000 Schulen angewendet worden sind.
Dr. Larbi Abdenebaoui, Leiter der Grupp „Human-Centered AI” und Senior Researcher am An-Institut OFFIS der Universität Oldenburg, sowie Susanne Boll, Professorin für Medieninformatik und Multimediasysteme an der Universität Oldenburg, präsentierten das KI-gestützte Nachhilfe-Modul EduMind, dass sie in einem gemeinsamen Projekt entwickeln. Das Modul unterstützt Lernende durch personalisierte, alltagsnahe Erklärungen, die sich an individuellen Interessen orientieren, und kombiniert diese mit der didaktischen Expertise von Lehrkräften.
„Die gemeinsame Session zeigte, wie sich die Expertisen der Universitäten Oldenburg und Bremen auf diesem Gebiet ergänzen“, sagt Louisa Kulke, die das Symposium organisiert hatte. „Durch die Teilnahme haben sich auch neue Ideen für Kooperationsstudien zwischen Bremen und Oldenburg ergeben, um Kinder wissenschaftlich fundiert bei der digitalen Transformation zu unterstützen.“
