Das Potenzial datenbasierter Forschung steht im Mittelpunkt des Workshops „Data Encounters Northwest“, den das Data Science Center (DSC) der Universität Bremen und das WiZArD – Wissenschaftliches Zentrum für Methoden der Artificial Intelligence und Data Science der Universität Oldenburg im Rahmen der Northwest Alliance organisieren.
Am 5. November 2026 treffen sich im Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst etwa 25 Forschende der Universitäten Bremen und Oldenburg. Der Workshop bringt Wissenschaftler:innen aus Informatik und Mathematik mit Expertise in fortgeschrittenen Datenanalyseverfahren mit Forschenden aus verschiedenen Fachdisziplinen zusammen, die das Potenzial ihrer Daten für neue Forschungsfragen weiter erschließen möchten. Letztere bringen ihre Forschungsfragen, die gesammelten Daten und das notwendige Kontextwissen zum Workshop mit; die methodenerfahrenen Wissenschaftler:innen ihre Expertise etwa in KI, Statistik oder Machine Learning. Gemeinsam soll ausgelotet werden, welche neuen Auswertungsmöglichkeiten, Forschungsfragen und Kooperationsideen aus dieser Verbindung entstehen können.
Das Potenzial der Daten nutzen
Beispielsweise könnte der Einsatz von statistischen Verfahren oder KI-Systemen neue Zusammenhänge in der Auswertung von Umwelt- und Klimaforschungsdaten ergeben. In den Sprach- und Literaturwissenschaften könnten Methoden aus dem Natural Language Processing oder Machine Learning Analysen ermöglichen, die bei sehr großen Textmengen manuell kaum umsetzbar wären. So könnte etwa herausgearbeitet werden, wie sich Narrative oder sprachliche Muster in der Literatur im Laufe der Zeit verändert haben.
Andersherum ist der Austausch ebenfalls relevant: Für Methodenforschende können reale Daten, fachliche Rahmenbedingungen und Forschungsfragen neue Herausforderungen aufwerfen. Beispielsweise könnte ein Verfahren zur Mustererkennung bei Umweltdaten an seine Grenzen stoßen, wenn die Daten Lücken, unterschiedliche zeitliche Auflösungen oder Messfehler enthalten. Für Methodenforschende stellt sich dann die Frage, wie Modelle robuster gegenüber solchen realen Datenbedingungen werden können.
Der Workshop soll in erster Linie den fachlichen Austausch fördern, aber darüber hinaus längerfristige Kooperationen zwischen den Forschenden in Bremen und Oldenburg in die Wege leiten.
Das Projektteam
„Data Encounters Northwest“ wird im Rahmen eines Projekts in der Northwest Advanced Förderlinie der Northwest Alliance umgesetzt. Das Antragsteam besteht aus Prof. Dr. Rolf Drechsler, Prof. Dr. Nico Hochgeschwender, Prof. Dr. Martin Mundt und Prof. Dr. Tanja Schultz von der Universität Bremen sowie Prof. Dr. Chih-Hong Cheng, Prof. Dr. Martin Fränzle, Prof. Dr. Daniel Sonntag und Prof. Dr. Nils Strodthoff von der Universität Oldenburg.
Die Koordination liegt bei Dr. Lena Steinmann vom Data Science Center der Universität Bremen und Christina Beckers vom Referat Forschung und Transfer der Universität Oldenburg.
