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Mehr InformationenKerstin Avila Canellas &
Andreas Fischer
Die Rotorblätter moderner Windkraftanlagen werden immer dünner und schlanker gebaut. Welche Effekte das hat, untersuchen Prof. Dr. Andreas Fischer, Leiter des Bremer Instituts für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft (BIMAQ) und Prof. Dr. Kerstin Avila Canellas, Professorin für Grundlagen der Turbulenz und komplexer Systeme an der Universität Oldenburg in einem gemeinsamen Projekt.
Transkript
00:01 – 00:10
Andreas Fischer: Eine große Baustelle in der Industrie ist, zu verstehen, wie die Strömung und die Bewegung des Rotorblatts zusammen wechselwirken. Das haben wir uns als gemeinsame Herausforderung ausgesucht.
00:10 – 00:23
Kerstin Avila Canellas: Und da haben wir ein perfektes Match.
Frage: Was erreichen Sie gemeinsam, was Sie allein nicht erreichen könnten?
00:23 – 00:45
Andreas Fischer: Was wir grundsätzlich gerne erreichen möchten, ist, dass die Kompetenzen, die in Oldenburg sind, nämlich zur Strömungsphysik und die ingenieurwissenschaftlichen Kompetenzen, die an der Universität Bremen beheimatet sind, noch enger zusammenwachsen. Wir glauben fest daran, dass sich dadurch in Hinblick auf die Windenergieforschung eine Menge Potenzial noch heben lässt. Da sind noch viele Fragen, die es zu klären gilt.
Frage: Was zeichnet den Kollegen, die Kollegin aus?
00:46 – 00:52
Kerstin Avila Canellas: Es ist gut, dass jemanden gibt, der die Grenzen der Messtechnik voranbringen und die Genauigkeit im Detail untersuchen möchte.
00:52 – 01:06
Andreas Fischer: Da kann ich dazu sagen, dass ich als Ingenieur nicht die Strömungsphysik erklären möchte. Es ist eine tolle Sache, die ich immer im Hinterkopf habe, dass es da jemanden gibt, der sich mit der Strömungsphysik auskennt. Wir haben immer auf die Gelegenheit gewartet, endlich zusammenarbeiten zu können.
Frage: Wie sieht Ihre konkrete Zusammenarbeit aus?
01:06 – 01:29
Kerstin Avila Canellas: Windkraftanlagen stehen überall. Wenn sie ein bisschen darauf achten, fällt auf, dass die die Neueren größer sind als die Älteren. Das heißt, die wachsen kontinuierlich. Die Blätter werden immer dünner, immer leichter, immer flexibler. Die Windbedingungen werden immer inhomogener und das führt dazu, dass die Blätter viel mehr schwingen. Das ist derzeit eine der größten Herausforderungen für die neuen, modernen Anlagen, die Wechselwirkung vorhersagen und beschreiben zu können.
01:29 – 01:48
Andreas Fischer: Ja, Messtechnik hat immer einen besonderen Reiz oder besonderen Nutzen, wenn sie zur Anwendung gebracht wird, um etwas herauszufinden. Das wollen wir hier am Beispiel der Windenergie-Systeme machen. Nur was wir dann messen, das schließt sich nicht aus meiner Expertise, sondern da braucht es die Strömungsphysikerinnen und Strömungsphysiker.
01:48 – 02:01
Kerstin Avila Canellas: In Oldenburg können wir turbulente Windbedingungen nachstellen, wie das weltweit nirgendwo anders möglich ist. Mit unserer neuen Methode können wir dann an den Rotorblättern die Information messen, ohne zusätzliche Sensoren anzubringen.
02:01 – 02:12
Andreas Fischer: Wir haben auf jeden Fall eine ganze Menge von Studierenden, die sich sehr für diese Thematik interessieren. Die begleiten uns tatsächlich jetzt in der frühen Phase des Zusammenwachsens und unterstützen uns im Rahmen von Lehrprojekten.
02:12 – 02:26
Kerstin Avila Canellas: Der Trigger, der die Zusammenarbeit ausgelöst hat, war die Northwest Alliance. Mit den Fördermitteln, die genau dafür gedacht sind, ein Projekt mit kurzen Laufzeiten anzustoßen und gemeinsame Vorarbeiten zu machen. Das war der Moment, wo es passte und wir gesagt haben: „Jetzt machen wir das“.
Frage: Wofür ist die Zusammenarbeit gut?
02:26 – 02:34
Andreas Fischer: Wir haben davon, dass wir in Zukunft noch günstiger, noch sauberer Windenergie für uns nutzen können.