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Mehr InformationenBritta Bußmann &
Anja Becker
Historisch informierte Widerstandsforschung im Nordwesten: Prof. Dr. Anja Becker, Professorin für Germanistische Mediävistik und Frühneuzeitforschung bis zum Ausgang des 16. Jahrhunderts an der Universität Bremen und Dr. Britta Bußmann, Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Komponente Mediävistik mit Lehranteil in der Sprachwissenschaft an der Universität Oldenburg, forschen gemeinsam an einem Explorationsprojekt zu den Narrativen des weiblichen Widerstands im Mittelalter. Sie wollen sichtbar machen, dass auch alte Literatur Antworten auf aktuelle Diskurse haben kann.
Transkript
00:00 – 00:22
Anja Becker: Wir möchten, dass die Northwest Alliance als Forschungraum für die historisch informierte Widerstandsforschung sichtbar wird.
Frage: Wann und wie haben Sie sich kennengelernt?
00:22 – 00:43
Anja Becker: Britta und ich kennen uns bestimmt schon seit 20 Jahren. Wir haben uns ganz am Anfang unserer akademischen Laufbahn in Göttingen kennengelernt und der Kontakt hat sich intensiviert, als ich mit meinem Oldenburger Kollegen Professor Dr. Albrecht Hausmann eine wissenschaftliche Online-Zeitschrift gegründet habe, für die Britta immer wieder mitarbeitet.
00:43 – 01:00
Britta Bußmann: Die heißt „Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung“. Da geht es darum, mittelalterliche Texte aus narratologischer Perspektive zu untersuchen. Das Thema der widerständigen Frauen, so wie es in der mittelalterlichen Literatur gestaltet wird, schließt überraschend gut an moderne Diskurse an.
01:00 – 01:16
Anja Becker: Wie kann man Widerstand leisten? Wie kann man gut davon erzählen? Es geht nicht nur darum, aktiv gegen eine Machtposition anzugehen, sondern auch darum wie man eine gute Geschichte davon erzählt. Eine Geschichte, die im Gedächtnis bleibt. Vor zwei Jahren bin ich dann nach Bremen berufen worden.
01:16 – 01:29
Britta Bußmann: Ich habe mich total gefreut. Ich habe es als eine der ersten gewusst, dass der Ruf rausgegangen ist. Wir hatten schon länger überlegt, dass, wenn wir mal räumlich näher zusammen sind, wir ein gemeinsames Projekt machen könnten.
Frage: Wie sieht Ihre konkrete Zusammenarbeit aus?
01:29 – 01:42
Anja Becker: Ganz konkret erforschen wir seit dem November letzten Jahres die Narrative des weiblichen Widerstands in der deutschen Literatur des Mittelalters. Wir haben ein gemeinsames Forschungsprojekt.
01:42 – 01:46
Britta Bußmann: Dieses Projekt ist so groß, dass man da nur gemeinsam etwas erreichen kann.
Frage: Was erreichen Sie gemeinsam, was Sie allein nicht erreichen könnten?
01:46 – 01:56
Anja Becker: Alleine wäre mir das gar nicht möglich gewesen ein ganz neues Forschungsfeld zu erarbeiten, eine neue Idee zu entwickeln und auch zu überlegen, ob das überhaupt tragfähig ist.
01:57 – 02:25
Britta Bußmann: So können wir das Thema nicht nur eindimensional wahrnehmen, sondern aus ganz vielen unterschiedlichen Perspektiven dieses Problem gemeinsam umkreisen und die Bedeutung dieses Themas für die gesamte Literatur deutlich machen.
Frage: Was möchten Sie noch gemeinsam erreichen?
Britta Bußmann: Das Fernziel wäre, dass man das Projekt zu einem größeren Projekt ausbaut. Die Förderlinie für Explorationsprojekte ist dazu gedacht, dass man dann eine langfristigere Förderung, beispielsweise von der DFG, mit einem Nachfolgeantrag einholen kann.