In der Landesvertretung von Bremen in Berlin haben am gestrigen Abend (10.6.) die Universität Bremen und die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg gemeinsam mit Bundesratspräsident Dr. Andreas Bovenschulte die Northwest Alliance in Berlin präsentiert.
Der Verbund aus der Universität Oldenburg und der Universität Bremen ist ein Kooperationsprojekt der beiden Wissenschaftsstandorte um die Bewerbung als „Exzellenzuniversität“ im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern. Es wurde ein klares Zeichen für die Bedeutung universitärer Kooperationen in einer Zeit großer gesellschaftlicher und technologischer Herausforderungen gesetzt.
Unter dem Titel „Viele Stärken – Eine Allianz – Radical Innovations & Hightech aus dem Nordwesten“ stellten die beiden Universitäten ihre gemeinsame Vision einer leistungsstarken, international sichtbaren und zukunftsorientierten Wissenschaftsregion vor.
Die Northwest Alliance vereint zwei forschungsstarke und reformorientierte Universitäten, die bereits seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Mit ihrer Bewerbung um den Titel „Exzellenzuniversität“ verfolgen die Partner das Ziel, ihre wissenschaftlichen Stärken noch enger zu bündeln, innovative Forschungsfelder gemeinsam weiterzuentwickeln und neue Impulse für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu setzen. Die Allianz steht dabei beispielhaft für eine moderne Form der Zusammenarbeit: kooperativ statt konkurrierend, regional verwurzelt und zugleich international vernetzt.
Bundesratspräsident und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Dr. Andreas Bovenschulte:
„Die Northwest Alliance ist gelebte Kooperation. Dieser Verbund ist von besonderer Bedeutung für Bremen und Niedersachsen und die bereits geleisteten Erfolge und die geförderten Cluster verdeutlichen diese Bedeutung. Der Bremer Senat steht mit voller Unterstützung hinter diesem Verbund und wir blicken gespannt auf den 02. Oktober, wenn die Kommission hinter der Exzellenzstrategie ihre Entscheidung treffen wird und drücken ganz fest die Daumen.“
Die Ziele, die Idee und die strategische Vision hinter der Northwest Alliance erläuterten Prof. Dr. Jutta Günther, Rektorin der Universität Bremen, und Prof. Dr. Ralph Bruder, Präsident der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, in einem Dialog. Sie gaben Einblicke in die Zusammenarbeit beider Hochschulen und zeigen auf, wie gemeinsame Forschungsstrukturen entstehen und wie auch die internationale Kooperation dabei gelebt wird.
Frau Prof. Dr. Jutta Günther, Rektorin der Universität Bremen:
„Die Erfolge unserer vier Exzellenzcluster zeigen: Spitzenforschung entsteht nicht nur in den traditionellen Wissenschaftszentren Deutschlands. Und dabei sind die Cluster nur ein Ausschnitt der vielfältigen Spitzenforschung und Innovationskraft, die den Nordwesten auszeichnen. Mit zwei starken, reformorientierten Universitäten im engen Schulterschluss mit einer Vielzahl von außeruniversitären Instituten heben wir ein großes Forschungspotential, das aufgrund der strategischen Kooperation mit der Universität Groningen auch in Richtung Europäischer Exzellenz weist.“
Herr Prof. Dr. Ralph Bruder, Präsident der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg:
„Die Stärke der Northwest Alliance liegt in ihren Verbindungen: zwischen unseren beiden Universitäten mit ihren regionalen und internationalen Partnern, zwischen zwei Bundesländern, zwischen Deutschland und den Niederlanden, zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Spitzenforschung und gesellschaftliche Verantwortung gehen dabei Hand in Hand. Ich bin davon überzeugt, dass es vor allem diese besondere Fähigkeit zur Kooperation ist, aus der heraus wir einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit leisten können und werden.“
Besonders eindrucksvoll zeigte sich die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Allianz in den Präsentationen der vier Exzellenzcluster „NaviSense“, „Hearing4all.connects“, „Der Ozeanboden“ und „Die Marsperspektive“. Die Sprecherinnen und Sprecher der Cluster gaben Einblicke in Forschungsvorhaben, die von intelligenten Sensorsystemen über innovative Hörforschung bis hin zur Erforschung der Tiefsee und des Planeten Mars reichen. Sie verdeutlichten damit, wie die Universitäten Bremen und Oldenburg mit ihren Forschungsverbünden Antworten auf zentrale Zukunftsfragen entwickeln und technologische Innovationen vorantreiben.
Durch die enge Zusammenarbeit mit der Rijksuniversiteit Groningen entsteht ein grenzüberschreitender Wissenschaftsraum, der europaweit Maßstäbe setzt und neue Perspektiven für Forschung, Lehre und Transfer eröffnet.
Prof. Dr. Karl Lauterbach hat als Abgeordneter des Bundestages und Vorsitzender des Ausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung, das einleitende Grußwort gehalten und die Rolle der beiden Universitäten im Bereich der exzellenten Forschung für die Innovationsfähigkeit Deutschlands gewürdigt. Durch den Abend führte der Wissenschaftsjournalist Dr. Jan-Martin Wiarda.
Zum Abschluss diskutierten Prof. Dr. Jutta Günther, Prof. Dr. Ralph Bruder, Dr. Andreas Bovenschulte sowie Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, über die Perspektiven der Wissenschafts- und Innovationspolitik in Deutschland und speziell im Nordwesten. Dabei wurde deutlich, dass starke wissenschaftliche Allianzen wie die Northwest Alliance entscheidende Voraussetzungen schaffen, um die großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte erfolgreich zu bewältigen.
Der anschließende Empfang bot den über 100 Gästen Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung. Die Gespräche machten deutlich, dass die Northwest Alliance bereits heute als eines der ambitioniertesten und zukunftsweisendsten Wissenschaftsprojekte Deutschlands wahrgenommen wird und das Wissenschaft und ganz besonders exzellente Wissenschaft mehr Menschen erreichen kann.
Der parlamentarische Abend setzte damit ein starkes Signal für die Zukunft der Metropolregion Nordwest und des damit verbundenen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Die Northwest Alliance steht für die Überzeugung, dass wissenschaftliche Exzellenz dort entsteht, wo Stärken zusammengeführt, Grenzen überwunden und gemeinsame Visionen verfolgt werden. Bremen und Oldenburg haben in Berlin eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in ihrer Partnerschaft steckt.

