
Die Northwest Alliance verbindet exzellente Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung. Sie beschäftigt sich in ihrer transdisziplinären Forschung mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen in komplexen realen Kontexten. Ziel ist es, lösungsorientierte Fortschritte zu erzielen, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch für die Gesellschaft unmittelbar bedeutsam sind.
Dabei bringt die Northwest Alliance wissenschaftliche Expertise mit außerwissenschaftlichen Beteiligten – etwa aus Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft – zusammen. Ihre unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen sind entscheidend, um vielschichtige Herausforderungen ganzheitlich zu verstehen und wirksam zu bearbeiten.
Im Zentrum steht die Co-Kreation: neues Wissen wird gemeinsam hervorgebracht und trägt zu konkreten Lösungen bei. Auf diese Weise entstehen belastbare, praxisnahe Ergebnisse, die wissenschaftlich fundiert, gesellschaftlich verankert und breit akzeptiert sind.
Initiativen können sowohl von Forschenden als auch von gesellschaftlichen Partner*innen ausgehen. Sie spiegeln das gemeinsame Engagement für kooperative und verantwortungsvolle Problemlösungen wider, das die Northwest Alliance auszeichnet.
Transdisziplinäre Projekte
Zentraler Ausgangspunkt des Projekts im Bremer Industriehafen ist das Stahlwerk von ArcelorMittal. Die zentralen Fragestellungen von hyBit sind: In welcher Geschwindigkeit kann der Umbau von Wasserstoff-Hubs gesamtgesellschaftlich erfolgreich gelingen, welche Hindernisse sind auf dem Weg zu erwarten und wie kann man unerwarteten Herausforderungen während dieses Umbaus auf lokaler Ebene begegnen. Spezifisch werden dabei technische, wirtschaftliche, ökologische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte in den Blick genommen.
Das an der Universität Bremen koordinierte Projektkonsortium hyBit wird getragen von 19 Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft, darunter das Wuppertal-Institut, das OFFIS-Institut an der Universität Oldenburg, das Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA), das Fraunhofer-IFAM (Bremen), das Fraunhofer-ICT (Karlsruhe) und die Hochschule Bremen. Beteiligte aus der bremischen Industrie sind beispielsweise ArcelorMittal, swb und die BLG. hyBit verfügt über eine ideale physische Infrastruktur zur transdisziplinären Forschung, um beispielsweise in Workshops mit Vertreter*innen aus Wirtschaft und Politik Szenarien der Energieversorgung und Entscheidungen datenbasiert zu simulieren.
- Laufzeit: 1. September 2022 bis 30. Juli 2026
- Verbundkoordination: Fachgebiet Resiliente Energiesysteme, Universität Bremen, Dr. Torben Stührmann
Die Zusammenarbeit zwischen Akteuren des Gesundheitssystems in der nördlichen Grenzregion von Deutschland und den Niederlanden stärken – das ist das Ziel des Projekts HEALTH4DE-NL, das vom Cross-Border Institute of Healthcare Systems and Prevention (CBI) geleitet wird. Das CBI ist eine Einrichtung der Universität Oldenburg, der Rijksuniversiteit Groningen und des Universitair Medisch Centrum Groningen (beide Niederlande). Das Projekt wird im Rahmen des Interreg VI-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und von 2025 bis 2029 mit 3,2 Millionen Euro durch die Europäische Union, das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie die Provinzen Groningen und Fryslân mitfinanziert. Mit dem Projekt will das CBI die Gesundheitssysteme beider Länder besser miteinander vernetzen und den Zugang zu Gesundheitsangeboten für Bürger*innen in der Grenzregion fördern, in der etwa 2,8 Millionen Menschen leben.
- Laufzeit: 2025-2029
- Projektleitung: Cross-Border Institute of Healthcare Systems and Prevention (CBI)
Die #MOIN Modellregion Industriemathematik wird im Rahmen der Förderlinie „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) seit 2023 gefördert und stärkt den aktiven Wissenschaftstransfer zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft. Ziel ist es, das Potenzial mathematischer Methoden für unternehmerische Herausforderungen sichtbar zu machen und Innovationen gezielt zu fördern. Aktuell an der Universität Bremen verankert, wird die Modellregion perspektivisch gemeinsam mit der Universität Oldenburg weiterentwickelt und ausgebaut. Gleichzeitig richtet sich das Projekt an Schüler*innen, Lehrkräfte sowie Unternehmen und bietet vielfältige Formate, die den Austausch zwischen den Bereichen unterstützen und für die Möglichkeiten der Industriemathematik begeistern.
- Projektleitung: Prof. Dr. Christof Büskens
Die Kraft der Sonne zu nutzen, um das Treibhausgas Kohlendioxid in nützliche Chemikalien zu verwandeln – das ist das Ziel einer inter- und transdisziplinär arbeitenden Nachwuchsgruppe an der Universität Oldenburg. Das internationale Team um den Chemiker Dr. Lars Mohrhusen verfolgt dabei einen besonders nachhaltigen Ansatz: Die Forschenden entwickeln edelmetallfreie Katalysatoren, die das eher reaktionsträge Treibhausgas mit Hilfe von Sonnenlicht chemisch aktivieren. Das Bundesforschungsministerium (BMFTR) fördert das Vorhaben Su2nCat-CO2 seit 2024 für sechs Jahre mit rund 2,6 Millionen Euro in der Förderrichtlinie SINATRA (Nachwuchsgruppen für „Künstliche Photosynthese“ und „Nutzung alternativer Rohstoffe zur Wasserstofferzeugung“).
- Laufzeit: 2024 – 2030
- Projektleitung: Dr. Lars Mohrhusen
Im Kooperationsprojekt T!CALL der Universität Bremen und der Hochschule Bremen (HSB) werden Pflegeeinrichtungen zu „akademischen Lehrpflegeeinrichtungen“ ausgebaut. Der Grundgedanke der Initiative T!CALL besteht in der Schaffung eines „akademischen Lehrpflegeeinrichtungsclusters“, welches eine Brückenfunktion zwischen Wissenschaft, Ausbildung und Versorgungspraxis übernehmen und einen beidseitigen Transfer ermöglichen soll. Durch die Schaffung nachhaltiger Innovationsstrukturen trägt T!CALL dazu bei, proaktiv Versorgung in verschiedenen Bereichen zu verbessern: zum einen in der Lebensqualität von Menschen mit Pflegebedarf sowie ihren Angehörigen, zum anderen in der Qualität der Pflege sowie Qualität der Arbeit in der Langzeitpflege. Gleichzeitig schafft T!CALL eine neue nachhaltige Innovationskultur in den Bereichen Versorgung, Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Langzeitpflege sowie im Bereich der Etablierung interdisziplinärer Partnerschaften zwischen (Pflege-)Wissenschaftler*innen, Pflegekräften und (Pflege-)Pädagog*innen sowie Wirtschaftspartnern aus den Bereichen Entwicklung und Vertrieb technischer Innovationen. Projektpartner*innen sind das Caritas-Haus St. Elisabeth und St. Franziskus sowie das Johanniterhaus in Bremen.
- Laufzeit: 1. April 2023 – 31. März 2032
- Projektleitung: Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann
Wie lässt sich marine Biodiversität wirksam schützen, wenn verlässliche Langzeitdaten fehlen? Genau hier setzt AGELESS (Leveraging long-term planktonic diversity data to develop a framework to assess and protect biodiversity in areas beyond national jurisdiction) an: Das Projekt verbindet geologische Archive mit moderner Ökologie, um langfristige Veränderungen mariner Ökosysteme besser zu verstehen. Forschende der Universitäten Oldenburg und Bremen, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sowie des Helmholtz-Instituts für Funktionelle Marine Biodiversität (HIFMB) zusammen arbeiten gemeinsam daran, natürliche Schwankungen und Erholungsprozesse zu analysieren und daraus Prognosen für die Auswirkungen des Klimawandels abzuleiten. Auf dieser Basis entwickelt AGELESS Modelle und Governance-Ansätze für den Schutz mariner Biodiversität jenseits nationaler Zuständigkeiten. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.
- Laufzeit: 1. September 2024 – 31. August 2027
- Koordination: Prof. Dr. Michal Kucera, Dr. Lukas Jonkers
Aus Grünschnitt, Heu und Algen biologisch komplett abbaubaren Kunststoff herstellen, der für medizinische Produkte, Bauteile von Autos, Isolierungen und Verpackungen geeignet ist – das ist das Vorhaben einer inter- und transdisziplinär arbeitenden Nachwuchsgruppe an der Universität Oldenburg. Das Forschungsteam um die Chemikerin Dr. Melanie Walther kombiniert dafür ökologisch nachhaltige und anwendungsnahe Ansätze miteinander: Die Forschenden entwickeln eine kostengünstige und gleichzeitig energieeffiziente Technologie, mit deren Hilfe neue Kunststoffe auf Basis von Polybutylensuccinat (PBS) entstehen, die zu 100 Prozent aus organischen Abfällen bestehen. Das Bundesforschungsministerium (BMFTR) fördert das Vorhaben „EcoPBS“ seit 2025 für fünf Jahre mit rund 2,7 Millionen Euro.
- Laufzeit: 2025 – 2030
- Projektleitung: Dr. Melanie Walther
Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung wirken sich besonders mit fortschreitendem Alter negativ auf die Gesundheit aus. Unter der Leitung von Ernährungswissenschaftlerin Dr. Rebecca Diekmann entwickeln Forschende der Universitätsmedizin Oldenburg ein Assistenzsystem, das älteren Menschen nachhaltig dabei hilft, ihr Verhalten im Alltag anzupassen und so Lebensqualität zu bewahren oder sogar zu verbessern. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert die wissenschaftliche Nachwuchsgruppe seit 2022 für fünf Jahre mit rund 1,8 Millionen Euro. Die Gruppe „Ernährung und Funktionalität im Alter“ ist am Department für Versorgungsforschung der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften angesiedelt.
- Laufzeit: 2022 – 2027
- Projektleitung: Dr. Rebecca Diekmann
Das Verbundprojekt „InnovationsCommunity Urban Health“ (ICUH) fördert gesunde und gerechte Lebensbedingungen in Städten und adressiert Umsetzungsdefizite in der gesundheitsfördernden Stadtentwicklung. Eine zentrale Rolle übernimmt die Universität Bremen mit dem Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), das Expertise in Public Health, Health Equity und Umweltgerechtigkeit einbringt. Das IPP unterstützt die strategische Weiterentwicklung, schärft die Problemdefinition und entwickelt Weiterbildungs- und Transferformate. Zudem treibt es den Aufbau einer Community im Land Bremen voran und stärkt den Austausch. Für die Umsetzung im Land Bremen trägt es gemeinsam mit der LVG & AFS Verantwortung. Das Projekt wird vom BMFTR gefördert. Kooperationspartner*innen sind die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gesundheit Bochum; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH; Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen sowie Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e.V.
- Laufzeit: 1. Januar 2025 – 31. Dezember 2028
- Projektleitung: Prof. Dr. Gabriele Bolte